Geb.2018
Hallo, ich bin Oko ,
Ich wurde von einem Mann aus dem fahrenden Volk, rau, hart und ohne jedes Mitgefühl, eiskalt aus dem Auto geworfen . Ohne Rücksicht. Ohne Herz. Ohne Mitleid. Für ihn war ich nichts – nur ein überflüssiger Ballast, den er loswerden wollte .
Ich flog durch die Luft, krachte auf den harten Boden , mein Körper bebte vor Angst. Das Auto verschwand, Staub und Gestank blieben zurück… und ich blieb liegen. Allein. Verwirrt. Weggeworfen wie Müll . Für diesen Menschen war ich kein Lebewesen – nur ein Ding.
Tagelang irrte ich umher , mein Magen leer, mein Herz voller Angst . Ich suchte verzweifelt nach etwas Essbarem, nach einem warmen Platz, nach einer Hand, die mich nicht wegstößt. Doch überall nur Kälte, Hunger, Ablehnung .
Ein alter Mann sah mich, hatte Mitleid. Er brachte mir etwas zu essen – ein kleines Licht in all der Dunkelheit . Wenigstens er zeigte mir, dass nicht jeder Mensch grausam ist. Aber bleiben konnte ich nicht… Also zog ich weiter, von Straße zu Straße, immer wieder vertrieben, immer wieder voller Angst.
Dann kam eine Frau . Sie nahm mich mit, und ich dachte: „Jetzt… jetzt darf ich endlich Zuhause sein.“ Doch das Glück hielt nicht lange. Schon nach wenigen Tagen wurde ich wieder ins Auto geladen , abgeschoben, weitergereicht – wie ein ungeliebtes Paket . Hoffnung. Enttäuschung. Schmerz. Immer wieder.
Doch dann, nach all dem Leid, kam mein Wunder . Ich durfte hier ankommen – auf der Lebensranch . Zum allerersten Mal in meinem Leben fühlte ich mich sicher. Keine Schläge mehr. Keine Autos, die mich fortwerfen. Keine Nächte voller Hunger. Stattdessen Freunde , Wärme, Liebe.
Doch die Spuren der Vergangenheit klebten an mir . Mein Körper war voller Zecken , mein Blut vergiftet, meine Kraft am Ende. Ich taumelte zwischen Leben und Tod . Mama Nicole brachte mich sofort zum Doktor , und es begann ein langer Kampf. Spritzen , Medikamente , Schmerzen . Aber – ich habe gekämpft. Ich wollte leben. Ich wollte endlich erfahren, wie es sich anfühlt, gewollt zu sein.
Heute liege ich manchmal in der Sonne , schließe die Augen und kann kaum glauben, dass es Wirklichkeit ist: Ich bin noch da. Ich darf leben. Ich darf geliebt werden .
Aber mein Weg ist noch nicht zu Ende. Ich brauche immer wieder Kontrolle beim Arzt, Medikamente, Sicherheit, ein Netz von Menschen, die an mich glauben. Menschen wie dich .
Konnte ich dein Herz erobern?
Dann würde ich mich riesig über deine Patenschaft freuen – denn nur so kann ich wirklich die Zukunft haben, die mir so lange verwehrt wurde.
In Liebe,
dein Oko